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1. Lohnt sich eine Wärmepumpe, PV- Anlage und Speicher im Bestand?
 
Ob sich die Investition in eine Wärmepumpe, einen Solarspeicher oder eine Photovoltaikanlage tatsächlich rechnet, lässt sich nicht pauschal mit „Ja“ beantworten. Die Rentabilität ist eine individuelle Gleichung, die von zahlreichen Faktoren abhängt:
  • Gebäudezustand: Dämmstandard, Vorlauftemperaturen und vorhandene Heizflächen (Heizkörper vs. Fußbodenheizung) entscheiden über die Effizienz der Wärmepumpe.
  • Nutzerprofil: Das Verhältnis von Eigenverbrauch zu Netzeinspeisung ist der Hebel für die PV-Rendite.
  • Anlagentechnik: Die optimale Dimensionierung der Komponenten (z. B. Speichergröße passend zur PV-Leistung und zum Nachtverbrauch) ist entscheidend.
  • Marktdaten: Strompreisentwicklung, Einspeisevergütungen und verfügbare Förderprogramme beeinflussen die Amortisationszeit massiv.
Erfahrung aus der Praxis:
Mein Büro hat mit drei weiteren Ingenieurbüros im Jahr 2023 über 100 Bestandsanlagen technisch und wirtschaftlich evaluiert. Nahezu keine der untersuchten Anlagen war innerhalb ihrer zu erwartenden Nutzungsdauer wirtschaftlich rentabel.
  • Durchschnittliches Ergebnis: Nach einer Laufzeit von 25 Jahren lag eine typische Anlage im Schnitt mit ca. 5.000 Euro im Minus.
  • Fazit: Die Einsparungen bei den Energiekosten konnten die hohen Investitions-, Wartungs- und Finanzierungskosten über den Lebenszyklus der Komponenten hinweg oft nicht vollständig kompensieren.
Diese Daten unterstreichen, dass eine Installation ohne vorherige, unabhängige Wirtschaftlichkeitsprüfung ein hohes finanzielles Risiko birgt. Die pauschale Annahme, dass sich diese Systeme von selbst amortisieren, hält einer detaillierten Überprüfung im Bestand meist nicht stand.

2. Kann eine Wand atmen ?

 

Der Begriff der „atmenden Wand“ geht auf den Hygieniker Max von Pettenkofer im 19. Jahrhundert zurück, ist bauphysikalisch jedoch irreführend. Er wird oft fälschlicherweise mit der Wasserdampfdurchlässigkeit (Diffusion) gleichgesetzt. Tatsächlich ist der Feuchtigkeitstransport durch massives Mauerwerk so minimal, dass er für das Raumklima nahezu keine Rolle spielt. Ein Luftaustausch durch die Wand findet nicht statt.
 
Antwort: Nein. Die Vorstellung einer „atmenden“ Wand ist ein Mythos. Luftdichtheit ist eine Grundanforderung an moderne Gebäude – eine „atmende“ Wand wäre kein Komfortgewinn, sondern ein baulicher Mangel.

3. Ist Kältebrücke oder Wärmebrücke richtig ?

 

Eine Wärmebrücke (umgangssprachlich als Kältebrücke bezeichnet) ist ein Bereich der Wärme besser leitet und damit Wärme schneller nach außen transportiert, als  die Umgebung. Dadurch kühlt das entsprechende Bauteil (z. B. eine Raumecke) schneller aus. Bei unterschreiten des Taupunkts kondensiert die in der Raumluft enthaltene Feuchtigkeit am Bauteil. Eine Thermografie kann diese Schwachstellen aufspüren. Schwachstellen sind insbesondere beim Anschluss von Wand, Dach, Fenster, Decke, Balkon oder generell in Ecken zu finden.
Zu den geometrischen Wärmebrücken zählt man beispielsweise Ecken oder Vorsprünge. Bei der Ecke einer Außenwand kommt der Brückeneffekt dadurch zustande, dass einer warmen Innenoberfläche eine größere kalte Außenfläche gegenübersteht. Die wärmeaufnehmende Oberfläche und die wärmeabgebende Oberfläche sind also verschieden groß. Dadurch kommt es zu seitlich abfließenden Wärmeströmen, wodurch die Ecke kühler ist als die umliegenden Bereiche. Die Folge ist eine Tauwasserbildung an der Wandoberfläche bzw. es stellt sich unmittelbar an der Oberfläche eine hohe relative Luftfeuchte ein.

 

Antwort;

Wärme leitet immer (ohne Anwendung äußerer Arbeit wie im Kühlschrank) von warm nach kalt. Von einem Körper hoher innerer Energie zu einem Körper mit niedriger Energie. Deshalb Wärmebrücke und nicht Kältebrücke!

4. Was versteht man unter Klima und bestimmt das Klima das Wetter ?

 

Das Wort Klima (vom griechischen klima für Neigung) bezeichnet die statistische Erfassung von Wetterparametern wie Temperatur, Luftdruck und Feuchtigkeit über einen längeren Zeitraum. Global betrachtet existiert kein einheitliches „Weltklima“, sondern eine Vielzahl regionaler Klimate. Um signifikante Mittelwerte zu bilden, sind Beobachtungszeiträume von mindestens 30, idealerweise 200 Jahren notwendig. Ein Klimawandel liegt erst dann vor, wenn sich diese langfristigen Mittelwerte deutlich verändern – wobei natürliche Schwankungen der Wetterparameter den Normalzustand darstellen.
 
Fazit: Nicht der Klimawandel erzeugt Wetterereignisse, sondern die Summe der regionalen Wetterereignisse definiert statistisch das Klima. Globale Computersimulationen sind daher als spekulative Modelle ohne praktischen Nutzwert zu betrachten.

5. Existieren erneuerbare Energien ?

 

Die Thermodynamik basiert auf zwei unumstößlichen Säulen:

 

  • Erster Hauptsatz: Energie kann weder erschaffen noch vernichtet, sondern nur von einer Form in eine andere umgewandelt werden (Energieerhaltungssatz). Wärme und Arbeit stehen dabei in einem festen Proportionalitätsverhältnis.
  • Zweiter Hauptsatz: Wärme fließt niemals von selbst von einem kälteren zu einem wärmeren Körper; ein solcher Prozess erfordert stets die Zufuhr von externer Arbeit

 

Schlussfolgerung:
Aus physikalischer Sicht ist der Begriff „erneuerbare Energien“ irreführend, da Energie nicht „erneuert“ oder „erzeugt“ werden kann. Jedes System – ob Wärmepumpe, Windrad oder Photovoltaik-Anlage – ist eine Umwandlungsmaschine, die auf äußere Energiequellen und mechanische Arbeit angewiesen ist. Ein Perpetuum Mobile, das ohne äußere Energiezufuhr (1. Art) oder unter Verletzung des Temperaturgefälles (2. Art) arbeitet, bleibt physikalisch unmöglich.

6. Was ist der Unterschied zwischen einem Immobilienkurzgutachten einer Marktwertgutachten und einem Verkehrswertgutachten?

 

Verkehrswert vs. Marktwert: Es gibt keinen Unterschied. Nach § 194 BauGB sind beide Begriffe synonym. Sie beschreiben den Preis, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr zum Wertermittlungsstichtag unter Berücksichtigung aller rechtlichen und tatsächlichen Eigenschaften erzielt werden kann – ohne persönliche Vorlieben oder außergewöhnliche Einflüsse.

 

Verkehrswertgutachten: Dies ist die ausführliche Variante. Es dokumentiert jeden Rechenschritt detailliert und ist die notwendige Basis für Behörden, Finanzämter oder Gerichte.

 

Immobilienkurzgutachten: Dies ist eine gestraffte Version. Es konzentriert sich auf die Darstellung der Ergebnisse. Der ausführliche Herleitungsweg und tiefergehende Begründungen werden hier weggelassen.

 

Fazit: Während der Marktwert immer das Ziel der Ermittlung ist, unterscheidet sich die Form der Präsentation. Das Kurzgutachten dient der schnellen Orientierung (z. B. Kauf/Verkauf), das Verkehrswertgutachten der rechtssicheren Nachweisführung.

7. Ab welcher Schimmelbefall Größe sollte ein Sachverständiger hinzugezogen werden?

 

Die fachliche Grundlage für die Bewertung von Schimmelpilzbefall in Wohnräumen bilden die Leitfäden des Umweltbundesamtes (UBA) und des LGA Baden-Württemberg. Diese unterscheiden drei Kategorien:

 

  • Kategorie 1 (Geringfügig): Befallflächen unter 20 cm². In der Regel sind keine besonderen Maßnahmen erforderlich.
  •  
  • Kategorie 2 (Mittel): Lokaler Befall zwischen 20 cm² und 0,5 m². Die Ursache sollte mittelfristig behoben und die Sporenfreisetzung sofort gestoppt werden.
  •  
  • Kategorie 3 (Groß): Flächen über 0,5 m² oder tief sitzender Befall. Hier besteht dringender Handlungsbedarf inklusive Ursachenermittlung, Sanierung und ggf. umweltmedizinischer Beratung. Ein Sanierungserfolg muss durch eine „Freimessung“ belegt werden.

 

Wichtig: Ein Schaden wird bereits dann in die nächsthöhere Kategorie eingestuft, wenn nur ein Kriterium (z. B. tiefergehender Befall trotz kleiner Fläche) erfüllt ist.

 

Empfehlung:
Ab einer sichtbaren Befallsfläche von 0,5 m² (Kategorie 3) oder bei tiefergehenden Schäden in der Bausubstanz sollten Sie unbedingt einen unabhängigen Sachverständigen hinzuziehen. Achten Sie darauf, einen neutralen Experten und nicht direkt ein Sanierungsunternehmen mit der Erstbegutachtung zu beauftragen.

8. Was ist eine hygroskopische Feuchtigkeit ?


Durch die Nutzung von Innenräumen werden über den Tag verteilt unterschiedliche Feuchtemengen freigesetzt. Ein Teil dieser Feuchte wird von den Baumaterialien im Raum aufgenommen, gespeichert und wieder abgegeben. Dies bezeichnet man als Feuchtepufferung oder Feuchteregulation. Bei einer Erhöhung der relativen Luftfeuchte nimmt das Material Umgebungsfeuchte auf (Adsorption) und transportiert einen Teil durch Diffusion in tiefer liegende trockenere Bauteilbereiche. Bei einer Verringerung der Umgebungsfeuchte wird Feuchte aus dem Inneren des Baumaterials wieder an die umgebende Luft abgegeben (Desorption). Da sich im Innenraum die Bedingungen ständig verändern, ändern sich auch Feuchteregulation und Temperatur des Materials. Wie schnell
ein Material Feuchte aufnehmen oder abgeben kann, hängt von den Materialeigenschaften
(z. B. Sorptionsfähigkeit und Diffusionswiderstand) ab. Die Pufferwirkung der Materialien ist meist auf eine Tiefe von wenigen Millimetern des Bauteils beschränkt, nur die innenraumnahen Materialen tragen merklich dazu bei. Auch die Möblierung (unbeschichtete Holzmöbel, Polstermöbel) hat einen Einfluss auf den Raumluftfeuchteverlauf. Die Feuchtepufferung der Baumaterialien verringert, abhängig von dem Puffervermögen des Materials, die täglichen Luftfeuchteschwankungen. Die feuchtepuffernde Wirkung all dieser Materialien zusammen führt zu einer Verringerung der Raumluftfeuchteschwankungen, was dem Raumklima und der Behaglichkeit zugutekommt.

 

Antwort;

Die Feuchtepufferung von Baumaterialien.

9. Was ist Kondensfeuchtigkeit ?

 

Der aktuelle Wassergehalt der Luft wird meist als relative Luftfeuchtigkeit angegeben. Als relative Luftfeuchtigkeit wird das Verhältnis des tatsächlichen Wassergehalts der Luft zum maximalen Wassergehalt der Luft bezeichnet.

 

Beispiel:
Bei einer Temperatur von 20°C kann die Luft max. 17,3 g/m³ Luft aufnehmen. In diesem Fall liegt eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit von 100% vor. Wenn die Luft von 20°C auf 17°C abgekühlt wird kann sie nur noch 14,5g/m³ Wasser aufnehmen und weist dann ebenfalls eine relative Luftfeuchtigkeit von 100% auf. Die Differenz von 17,3 g/m³ zu 14,5g/m³, also 2,8 g/m³ fällt als überschüssige Feuchtigkeit in Form von Tauwasser aus. Im Winter fällt naturgemäß die Temperatur ab und die Luft wird als trocken empfunden. Je
tiefer die Temperaturen sinken, umso geringer ist die absolute (die tatsächlich in der Luft vorhandene) Luftfeuchtigkeit. Schimmelwachstum wird so häufig erst in der Übergangszeit begünstigt, in der die Luftfeuchtigkeit steigt.

 

Antwort;

Tauwasserausfall, Kondenswasser bzw. Kondensat tritt auf, wenn beim Abkühlen der Luft der entsprechende Taupunkt erreicht wird, bzw. bei überschreiten des Wasserdampfsättigungsdrucks.

10. Was ist ein fRsi- Wert ?

 

Der einzuhaltende fRsi-Wert hängt vom Raumklima ab, das zulässige Raumklima wiederum vom fRsi-Wert. Durch die letzten Änderungen in der DIN 4108 Teile 2 und 3 wird mehr Planungssicherheit für altbautypische Probleme erreicht. Eine wesentliche Anforderung des Mindestwärmeschutzes an Wärmebrücken nach DIN 4108 Teil 2 stellt der Temperaturfaktor fRsi dar. Dabei bezieht sich die Angabe im Mindestwärmeschutz auf eine Wohnnutzung und geht von der Annahme aus, dass es bei 80 % relativer Luftfeuchte im oberflächennahen Bereich zur Schimmelpilzbildung kommt. Der fRsi-Wert ist als Kenngröße seit den 1980er-Jahren international eingeführt und in Deutschland als Anforderung des Mindestwärmeschutzes nach DIN 4108 Teil 2 verbindlich. Die Norm ist eine technische Baubestimmung und gilt damit – anders als die EnEV/GEG – ausnahmslos. Die Anforderung lautet, dass der fRsi-Wert mindestens 0,7 betragen muss.

 

Antwort;

Er kennzeichnet die raumseitige Oberflächentemperatur unter bestimmten raumklimatischen Bedingungen an der ungünstigsten Stelle im Bereich einer Wärmebrücke.

11. Was versteht man unter Lüften ?


Lüften stellt das wirksamste Mittel dar, um Feuchte aus der Wohnung zu entfernen. Die Effektivität der Lüftung wurde lange Zeit durch die Luftwechselzahl ausgedrückt. Sie gibt an, welches Luftvolumen, bezogen auf das Raumvolumen pro Stunde ausgetauscht und durch Außenluft ersetzt wird. Für Berechnungen des Luftaustausches insbesondere bei lüftungstechnischen Einrichtungen werden heute anstatt der Luftwechselzahl flächenbezogene Außenluftvolumenströme herangezogen. Immer wieder hört man die These, dass Wände „atmen“ und darüber ein Luftaustausch stattfindet. Das ist aber physikalisch nicht möglich, es sei denn die Wände weisen Undichtheiten und Risse auf. Einen Luftaustausch vom Innenraum nach außen über baulich intakte Wände gibt es nicht. Auch die durch Dampfdiffusion durch die Wände transportierte Feuchtemenge ist im Vergleich zu der durch Lüftung abtransportierten Menge vernachlässigbar. Die Dampfdichtheit des Wandaufbaus hat daher nur minimalen Einfluss auf die Raumluftfeuchte und Qualität. Der in diesem Zusammenhang gern verwendete Begriff der „atmenden“ Wände ist lediglich in Verbindung mit der Feuchtepufferung zu sehen, nicht aber als bauliche Unterstützung beim Luftaustausch.

 

Antwort;

Unter Lüften versteht man den Austausch eines Luftvolumen durch die Außenluft, bezogen auf das Raumvolumen pro Stunde.

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